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Mandant fühlt sich ungerecht behandelt vom Gericht
Nicht zufrieden war gestern mein Mandant, der vom Schöffengericht zu einer Bewährungsstrafe von einem Jahr verurteilt worden war. Nach der Urteilsverkündung warf er der Vorsitzenden vor, sie hätte gar nichts zu seinen Gunsten angeführt in ihrer Urteilsbegründung, sondern nur negativ über ihn gesprochen.
Die Anklage warf meinem Mandanten vor, zwei Raube begangen zu haben. Einen davon in Deutschland, indem er in einer Spielhalle die Aufsicht zur Seite gedrängt und fixiert habe, um dann 100 € aus der Kasse zu nehmen. Die geringe Beute, die kurz danach zurückgezahlt wurde und die anderen Tatumstände, wie geringe Gewaltanwendung, führten dazu, dass das es zu einer Verurteilung wegen Raubes in einem minderschweren Fall.
Die andere Sache soll sich in der Türkei abgespielt haben. Die Anklage warf meinem Mandanten vor, vor einem Geldautomaten einen Mann zur Seite gestoßen zu haben, um dann die EC-Karte aus dem Schlitz des Automatens zu nehmen, wobei es anschliesend zur Abhebung von 1000 € gekommen sei.
Der Geschädigte war sich sicher, meinen Mandanten erkannt zu haben, außerdem habe er über das gemeinsame Hotel die Personalien meines Mandanten ermittelt und ihn sogar fotografiert. Böse sei er ihm aber nicht wirklich, weil er ja ein armer Kerl sei, der das Geld gebrauchen können. Er wollte ihn auch garnicht anzeigen, sondern sei nur wegen der Versicherung zur Polizei gegangen. Niedlich anzuhören war die Unterhaltung zwischen dem fast 70-jährigen Zeugen und meinem Mandanten zwischen Beweisaufnahme und Urteilsverkündung.
Das Gericht verurteilte in dieser Sache lediglich wegen Diebstahls, weil der Zeuge ausgesagt hatte, ein anderer habe ihn gestoßen.
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